Lernen durch Beobachten, die Ayurveda-Brille im Alltag / Podcast Folge mit Ursula Feuerherdt

Durch Beobachten der Prozesse in Körper, Geist und im Außen stellen wir die Körper-Geist-Verbindung wieder her und können selbstwirksam erkennen, was wir brauchen und präventiv gegensteuern – damit es gar nicht erst so weit kommen muss, dass es uns schlecht geht, körperlich oder geistig.

In dieser Solofolge mit Ursula Feuerherdt erfährst Du, warum das Beobachten überhaupt eines der wichtigsten Instrumente im Ayurveda ist, was Du beobachten kannst im Innen und Außen, wie man beobachtet und wie man die gewonnenen Erkenntnissen anwenden kann. Du erfährst außerdem, wie uns tägliche Routinen unterstützen und welche Schwierigkeiten beim Beobachten auftreten können.

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Das erfährst Du im Interview:

  • Warum das Beobachten eines der wichtigsten Instrumente im Ayurveda ist
  • Was Du beobachten kannst im Innen und im Außen
  • Wie man beobachtet und wie man dieses Wissen dann auch anwenden kann
  • Welche Schwierigkeiten auftreten können
  • Wie man mit Routinen die Gewohnheit des richtigen Beobachtens unterstützen kann

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Audio-Transkript der Podcast Folge “Lernen durch Beobachten, die Ayurveda-Brille im Alltag”

Herzlich Willkommen bei Folge 21 von Verstehe Ayurveda, verstehe Dich.

Mein Name ist Ursula Feuerherdt und Du hörst den Podcast der Jade Flower Academy.

In dieser Solo-Folge geht es um das Thema Lernen durch Beobachten, die Ayurveda-Brille im Alltag.

Wenn ich von meinen Ayurveda-Anfängen erzähle, dann sage ich immer, es war damals für mich wie die Welt durch eine neue Brille sehen.

Und beobachten ist etwas, das können wir täglich tun, es braucht keinen Zusatzaufwand, man braucht nur die richtige Brille dazu.

Hat man einmal die Prinzipien des Ayurveda verstanden, dann kann man durch diese Ayurveda-Brille tagtäglich schauen und man wird dazu lernen. Es ist ein lebenslanges Lernen.

In dieser Folge erfährst Du, warum das Beobachten überhaupt eines der wichtigsten Instrumente ist, was Du überhaupt beobachten kannst im Innen und im Außen, wie man beobachtet und wie man dieses Wissen dann auch anwenden kann, Du erfährst, wie Routinen eine unterstützende Maßnahme dafür sind und warum Du das Beobachten lernen solltest und auch welche Schwierigkeiten dabei auftreten können.

Außerdem habe ich zwei kostenfreie Downloads für Dich dabei, zum einen ein Gesundheitstagebuch, damit Du immer tiefer ins Beobachten kommen kannst oder mal einsteigen kannst damit und zum anderen die wichtigsten Eigenschaften der Doshas und wie man diese jeweils ausgleichen kann.

Dann legen wir los, warum ist Beobachten überhaupt eines der wichtigsten Instrumente im Ayurveda?

Die Ursprünge des Ayurveda sind ja Jahrtausende alt und damals gab es keine Laborwerte, auf die man sich berufen konnte und Beobachten war das Instrument der Ärzte.

So wie die Ärzte auch heute noch bei einem Patienten etwas abtasten, die Zunge anschauen, durch Anamnese und ein Gespräch ganz viel erfahren, so war das damals aber auch in die Tiefe das Instrument, um sich ein Bild über den Gesundheitszustand zu machen.

Aber was kann man überhaupt beobachten?

Man kann bei einem selbst beobachten, die Körperprozesse, die Ausscheidungen, wie ist mein äußeres Erscheinungsbild und wie sind meine geistigen Tendenzen.

Im Außen kann ich beobachten, wie ist die Qualität der Jahreszeit, welche Tageszeit herrscht, wie ist gerade das Wetter, wie sind die Beziehungen rund um mich, wie geht es mir eigentlich mit dem, was ich gerade tue im Leben, bin ich davon erfüllt oder gestresst, welche Stressfaktoren herrschen, unsere Schnelllebigkeit, die ständige Verfügbarkeit, die vielen vielen Eindrücke, die wir über unser Handy kriegen, über den Medienkonsum und so weiter.

Und in unserer modernen Welt haben wir nicht mehr gelernt, uns auf das Beobachten zu berufen.

Und in unserer modernen Welt haben wir nicht mehr so dieses Gefühl der Verbundenheit mit der Natur, dass es innen und außen sich gegenseitig bedingt und dass wir ständig auch den Rhythmen der Natur unterworfen sind, die wirken auf uns.

Früher war es ganz normal, im Rhythmus der Jahreszeiten zu leben.

Da hat man im Frühling das Feld vorbereitet, im Frühsommer ausgesät, im Herbst geerntet und ist dann im Winter in den Rückzug gegangen und war dann mehr an den eigenen vier Wänden und hat dort die Arbeit im Haus verrichtet.

Und heute gehen wir ja davon aus, dass unser Körper das ganze Jahr gleich funktioniert.

Wir stellen uns den gleichen Aufgaben, es gibt kaum einen Unterschied zwischen Sommer und Winter.

Im Winter ist man vielleicht noch eher drinnen, aber was uns unsere geistigen Aktivitäten angeht, ist es ja sehr gleich getaktet.

Darüber hinaus haben wir natürlich ganz viel Zugriff auf wissenschaftliche Erkenntnisse, die uns auch in der Gesundheit dienen.

Es gibt Laborwerte für die Schilddrüse, für den Blutzucker, wir können den Blutdruck messen, wir haben unsere Waage, um das Körpergewicht und die Körperfettwerte zu messen und wir haben die Gesundheitsuhr, die uns sagt, wie viele Schritte haben wir gemacht, wie ist unser Blutdruck oder unser Puls und all das bringt uns davon weg, dass wir da selber hinschauen und erkennen, was ist eigentlich gerade los bei mir.

Und die Folgen davon sind, dass unsere Körper-Geist-Verbindung verloren geht.

Wir leben sehr viel im Kopf, wir haben sehr, sehr viel intellektuelles Wissen und wir übersteuern oft unsere Körperbedürfnisse durch unsere geistige Willenskraft.

Wo unser Körper immer im Hier und Jetzt ist und uns auch sagt, was Sache ist, ist unser Geist meistens nicht in der Gegenwart, sondern in der Vergangenheit oder in der Zukunft und wir sind tief mit unseren Gedanken und Prozessen beschäftigt und auch den Aktivitäten, die wir in die Welt bringen wollen.

Und dabei vergessen wir, dass wir unsere Messinstrumente immer dabei haben, weil der Körper ist immer anwesend und sagt immer, was Sache ist und die Folge davon ist, dass wir diese Verbindung verloren haben, dass wir uns ausgeliefert fühlen, wenn es uns mal nicht so gut geht.

Wir verstehen dann nicht, wo kommt es her, was kann ich tun, wie geht es mir besser, bleibt der Zustand ewig, wie sich das manchmal anfühlt und es kann körperlich als auch geistig sein.

Und durch Beobachten der Prozesse im Innen, im Außen und was geistig passiert und das zusammenzubringen, da wieder eine Einheit zu spüren, das versetzt uns in die Lage, dass wir ganz viel selbstwirksam werden können und es gar nicht erst so weit kommen muss, dass es uns schlecht geht, körperlich oder geistig.

Schauen wir uns mal an, was man überhaupt beobachten kann.

Schauen wir mal auf den Körper, da gibt es drei Ebenen, die man sich anschauen kann.

Wie ist der Körper im Außen, wie sind die Körperprozesse, also was passiert innen und wie sind die geistigen Tendenzen.

Beim Körper im Außen kann ich mir als erstes mal dieses grundlegende Erscheinungsbild anschauen.

Wie ist das Strahlen der Augen, wie ist das Strahlen der Haut, wie ist die Körperform und wie ist so die Energie, die darüber kommt.

Ich kann mir anschauen, wie schaut die Haut aus, ist die trocken und faltig oder ist sie glatt und seidig.

Ich kann mir anschauen, wie die Nägel aussehen, die Haare.

Ich kann mir anschauen, wie schaut die Zunge aus, also das tägliche Zungenschaben, zum Beispiel ist ja eine der Morgenroutinen im Ayurveda und ich erfahre darüber ganz viel über die Organe, ob Giftstoffe im Körper sind, wie die Verdauung funktioniert.

Das ist ein ganz aufschlussreiches Instrument, die Zunge zu beobachten.

Dann kann ich mir meine Ausscheidungen anschauen, wie schaut der Urin aus, wie oft kann ich Urin lassen, wie ist dann die Farbe und der Geruch.

Dann kann ich mir anschauen, wie es mit dem Stuhlgang ist.

Gibt es täglich Stuhlgang, wie ist der Stuhlgang, wie schaut dann der Stuhl aus.

Dann gibt es im Ayurveda auch ganz viel Wissen, was man zum Beispiel im Gesicht oder in den Händen lesen kann.

Also manche Dinge, die sind ja auch für uns ganz offensichtlich, wie zum Beispiel Augenringe oder eine fahle Gesichtsfarbe oder ganz eingefallene Schläfen, wie schauen die Zähne aus und so weiter.

Also das sagt alles ganz viel über den Gesundheitszustand.

Dann kann man anschauen, wie sind die Körperprozesse, also was passiert innen.

Da kann ich zum Beispiel schauen, wie ist mein Hitze-Kälte-Empfinden, habe ich viel Hitze in mir, habe ich vielleicht viel Durst oder bin ich eher auf der kälteren Seite, mir friert schnell, meine Hände und Füße sind kalt und ich habe ganz wenig Durst.

Ich kann schauen, wie geht es mir morgens nach dem Aufstehen, bin ich da träge und müde und muss den Wecker zehnmal nachstellen oder springe ich aus dem Bett und bin wach und bereit für den Tag.

Ich kann schauen, wie geht es mir nach dem Essen, bin ich erschöpft nach dem Essen, möchte mir am liebsten hinlegen, weil mich das ermüdet oder habe ich die Energie, die ich mir gegeben habe durch das Essen, kann ich die wirklich auch leben danach.

Dann natürlich die Verdauung generell, wie geht es mir da nach dem Essen, habe ich vielleicht Magendrücken, Magenschmerzen, habe ich vielleicht Sodbrennen, wie geht es mir mit Lebensmitteln, vertrage ich alles oder gibt es Unverträglichkeiten, habe ich von manchen Sachen Bauchweh, habe ich vielleicht manchmal zwei, drei Stunden nach dem Essen Blähungen oder direkt nach dem Essen.

All das sind Körperprozesse, die uns ganz viel sagen drüber, was uns guttun würde.

Und dann kann ich natürlich auch geistige Tendenzen beobachten.

Bin ich schnell zornig und aufgebracht, bin ich ungeduldig oder bin ich eher lethargisch und träge, vielleicht sogar ein bisschen traurig und depressiv oder gibt es da eine Unruhe im Geist, kann ich eher schlecht abschalten, möchte ich am liebsten ständig aktiv sein, habe ich Sorgen, Ängste, bin ich eher auf der unruhigen Seite.

Und auf diesen drei Ebenen kann ich schon mal ganz viel bei mir sehen, was ist bei mir los.

Und um beobachten zu können, braucht es überhaupt kein Doscherwissen.

Im Ayurveda gibt es das Prinzip des Ausgleichens und das besagt, dass Gleiches Gleiches anzieht und die Gegensätze sich ausgleichen.

Der Ayurveda spricht davon 20 Eigenschaften, mit denen jede Erfahrung und jede physische Substanz beschrieben werden können und die Eigenschaften lassen sich in 10 Paaren gegenüberstellen.

Und mit dieser Liste an gegensätzlichen Qualitäten kann man immer selber wieder Balance herstellen.

Also einfache Beispiele wären zum Beispiel heiß, kalt, flüssig, trocken, weich und hart.

Wenn man sich zum Beispiel körperlich schwer und träge fühlt, dann sind das Zustände von schwer, statisch, vielleicht sogar dumpf.

Und das Gegenteil davon wäre leicht, mobil und klar.

Und was würde das jetzt heißen?

Mit dem Zustand von Schwere im Körper und Trägheit kann man zum Beispiel Ausgleich schaffen durch einen flotten Spaziergang, durch Sport, durch anregende Tätigkeiten, durch Tanzen, die auch geistige Anregung bringen, beim Essen durch anregende Gewürze, das heißt eher schärfere Gewürze oder herbere Gewürze, die anregen.

Ein anderes Beispiel wäre, wenn man innerlich gereizt ist und in einem Zustand von Überaktivität.

Die Eigenschaften dafür wären heiß, scharf, mobil und ausgleichend dazu ist der süße Geschmack, der diese Überhitze im Körper reduziert, zum Beispiel durch Datteln oder eben mildes Essen, also auf keinen Fall nur mit scharfem Essen arbeiten oder mit Kaffee und auch vielleicht mehr Süße ins Leben bringen, das heißt Aktivitäten, die leicht sind, die spielerisch sind, die freudvoll sind, alles was so ein bisschen Weichheit reinbringt.

Ganz viel lässt sich beobachten bei der Verdauung.

Da ist es zum Beispiel so, dass wir eine schlechtere Verdauung haben, wenn wir einen Infekt abwehren, wir haben eine schwächere Verdauung, wenn wir gestresst sind, da muss der Körper generell mehr verdauen, da hat er ganz viele Eindrücke, die auf einen einströmen, das heißt je mehr im Außen los ist und je mehr der Körper verarbeiten muss über die fünf Sinne, alles was über unsere fünf Sinne auf uns einströmt, desto besser ist es einfach ernähren.

Die einfache Ernährung, die erleichtert unseren Verdauungsfeuer auch alles andere gut zu verdauen.

Ich gebe hier ein paar Beispiele, damit man sich das besser vorstellen kann, was man beobachten kann, was es bedeutet und wie man es ausgleichen kann.

Tendiert man zum Beispiel zu Blähungen, dann ist der Ursprung meist im Vata Dosha, ein Zuviel an Vata, das aus den Elementen Luft und Raum besteht.

Vata hat die Eigenschaften trocken, leicht, kalt, rau, feinstofflich, mobil und klar.

Und wenn wir dann ans Essen denken, dann kann es sein, dass jemand der zu viel Vata momentan hat und sowieso in der Verdauung darunter leidet, eben zum Beispiel durch Blähungen, Verstopfungen, unregelmäßigen Stuhlgang, dass dann so einfache Dinge wie ein roher Apfel das noch zusätzlich befeuern.

Das heißt, wenn man jetzt zum Beispiel mit einer Konstitution von gegenwärtig zu viel Vata etwas isst, was eigentlich gesund ist und zwar einen rohen Apfel, dann bringt er aber Eigenschaften mit, die für den momentanen Zustand nicht zuträglich sind.

Der Apfel ist rau, wenn man da reinbeißt, der ist so crunchy, knusprig, der ist rau, wenn man den runterschluckt und diese Eigenschaft rau, die ist zum Beispiel schon vorhanden im Vatadosha, das ist etwas, was es mitbringt und wenn ich jetzt noch mehr davon gebe, dann bringe ich noch mehr Vata und mehr Luft in den Körper.

Generell ist alles, was so knusprig ist und ein bisschen luftig, wie Reiswaffeln oder alles was so Crackers sind und so knusprige Dinge, die fördern noch mehr Vata im Körper, weil ich beim Essen quasi noch mehr Luft in den Körper befördere.

Alles was breiig ist, suppig ist, mit Flüssigkeit, ölig, das beruhigt Vata.

Ein anderes Vata-Beispiel wäre Luft im Körper, die man auch hört durch Knacksen von Gelenken, das kennen ganz viele, dass das vielleicht auch im Winter mehr ist oder manche haben das als Dauerzustand, dass die Gelenke knacksen oder dass die Haut trocken ist und rau und da kann man auch beobachten, dass sich das verändert, wenn man regelmäßige Ölmassagen macht.

Das Öl, das dringt ganz tief ein in die Haut bis in die Gelenke und bringt dort Linderung.

Auf der Ebene der Körperprozesse lässt sich auch ganz viel beobachten und ausgleichen.

Zum Beispiel viel Durst zu haben, das kann einerseits ein Zeichen sein für viel Pitta, das heißt viel Hitze im Körper, Scharfes, Heißes wäre dann genau das Falsche.

Da muss ich für Kühlung sorgen und Kühlung kann ich zum Beispiel durch einen süßen Geschmack erwirken, durch den bitteren Geschmack oder durch kühlende Aktivitäten, wie Schwimmen gehen, durch kühlende Aktivitäten im Geist, wie vorhin schon erwähnt, also was Leichtes, Spielerisches, Freudvolles und wegkommen von diesem Aktionismus oft.

Und was wir durch das Beobachten auch lernen, ist, wie unterschiedlich die Tage sind und wie unterschiedlich wir da funktionieren.

Das ist je nach Stresslevel, je nachdem, was wir sonst so ausgesetzt sind, je nach Jahreszeit funktioniert auch unsere Verdauung anders und auch bei uns Frauen ist es während der Menstruation anders, da ist die Verdauung auch geschwächt, da ist der Körper ganz viel beschäftigt mit Reinigung und unser Verdauungsfeuer ist dann nicht so stark.

Wie merkt man das jetzt zum Beispiel?

Wenn ich nach dem Essen müde und träge bin, dann war das Essen wahrscheinlich nicht das Richtige für mich und nicht passend für meinen Zustand.

Und das kennt bestimmt jeder, dass man manche Lebensmittel zu gewissen Zeiten besser verträgt und dann wieder weniger gut und das liegt immer nur am Zustand unserer Verdauung.

Es liegt nicht am Essen, es liegt am Zustand unserer Verdauung.

Anderes Beispiel aus meiner jüngsten Vergangenheit, ich hatte nach einer stressigen Phase einen Tag, wo ich abends in eine richtige Migräne gefallen bin, also es war nichts mehr möglich, der Schmerz war gar nicht mehr lokalisierbar am Kopf, weil auch das gibt Aufschluss darüber, welche Art von Kopfweh das ist, also von welchem Zustand der ausgelöst wurde.

In meinem Fall war die Migräne ausgelöst von einem zu viel an Vata und das ist oft der Grund, warum es zu Migräne kommt, wenn man zu viel Vata im Körper hat, das heißt zu viel Unruhe im Leben, zu wenig Erdung.

Und was mir da geholfen hat, natürlich Ruhe und Schlafen und nachdem ich eine Nacht geschlafen hatte, war es leider am nächsten Morgen noch immer da und dann war mein Wundermittel eine Ölmassage.

Ich habe mir mit Mandelöl den ganzen Körper inklusive Kopf eingeölt, richtig viel, also das Öl vorher in einem Wasserbad erwärmen und dann den ganzen Körper einölen damit inklusive Kopfhaut und dann so eine Viertelstunde wirken lassen, einziehen lassen und dann heiß duschen und das war die Sofortlösung, das Kopfweh war danach weg.

Und ich bin selber immer wieder erstaunt, wie enorm wirksam manche Ayurveda-Mittel sind.

Und ich kann nur ermutigen, da wirklich hinzuschauen, weil diese Erkenntnisse, die man da gewinnt, die sind so wertvoll im Alltag, ich kann nur von mir selber berichten, dass ich das mittlerweile so genau spüre, was mich gerade gut tut und welche Gewürze jetzt gerade passend sind und ob es dann vielleicht einmal Kaffee sein darf oder ob ich lieber darauf verzichte.

Das bringt alles diese Kraft des Beobachtens.

Was können jetzt Schwierigkeiten sein, die beim Beobachten auftreten oder die uns vielleicht falsche Rückschlüsse ziehen lassen?

Zum einen ist es so, dass manche Zustände zeitverzögert auftreten.

Es kann zum Beispiel sein, dass uns das Mittagessen nicht gut getan hat und wir das aber erst bei der nächsten Mahlzeit erkennen.

Oder wenn wir Hülsenfrüchte essen.

Hülsenfrüchte sind generell ein Lebensmittel, das den Darm reinigt.

Und je nachdem, welchen Zustand der Darm hat, also was da alles vielleicht noch an Resten herumlungert, so wird sich das dann auch auswirken.

Und wenn wir noch Hülsenfrüchte und Blähungen haben, dann kann das ein Zeichen dafür sein, dass der Darm noch nicht das los wurde, was vorher drin war, oder dass Schlacken und Abfallstoffe vorhanden sind.

Eine andere Schwierigkeit, die beim Beobachten auftreten kann, ist, dass je mehr unser Körper weg ist von einem Zustand von Balance, desto zeitverzögerter treten mitunter Symptome auf.

Und das macht es dann schwierig, das Richtige zu beobachten.

So kann es zum Beispiel sein, dass im Beispiel der Migräne dieser Zustand aufgetreten ist als Ergebnis von einem Zustand, der sich in den letzten zwei bis vier Wochen angesammelt hat.

Oder dass das Verdauungsfeuer Tag für Tag ein bisschen schwächer wird, weil wir keine Essenspausen einlegen.

Wenn wir Unverdautes noch im System haben und neues Essen dazukommt, das schwächt die Verdauung und das sammelt Schlacken im Körper an.

Wie kommt man jetzt dazu, dass dieses Beobachten ein ganz natürlicher Teil des Alltags wird, ohne dass es zum Hindernis wird oder dass es aufwendig wird?

Und da sind die Routinen eine unterstützende Maßnahme.

Und die Routinen sind im Ayurveda das, was uns ausmacht.

Routinen ist nichts anderes, als das, was wir täglich wiederholen, was wir tagtäglich tun in unserem Alltag.

Das sind die vielen kleinen Entscheidungen, das sind unsere Alltagsroutinen.

Und im Ayurveda gibt es viele Routinen, die uns nützen, dass wir den Tag und den Alltag so gestalten, dass wir das Beste rausholen.

Dass wir in jedem Moment die Qualität des Tages und der Tageszeit nutzen und das Beste aus dem Moment machen, der uns Gott zur Verfügung steht und wirklich anwesend sind.

Und da hilft zum Beispiel die tägliche Morgenroutine, die es im Ayurveda gibt, dass man auch mehr Achtsamkeit seinem Körper gegenüber und diesen Zuständen, die körperlich und geistig da sind, entwickelt.

Rollt man zum Beispiel täglich seine Yogamatte aus und macht seine tägliche Yoga-Praxis, dann gewinnt man so viel Einblick in den Körper, das man sonst nicht hat.

Das Yoga beginnt ja damit, dass man kurz einen Moment achtsam wird und den Körper reinspürt und erstmal ankommt bei dem, was man tut.

Und in diesem ersten Ankommen bringt man die Aufmerksamkeit nach innen, in den Körper und in die geistigen Zustände.

Mit den ersten Bewegungen spürt man sofort den Unterschied zum Vortag.

Wenn ich mich zum Beispiel in die Haltung des Kindes strecke, dann merke ich schon, wie geht es meinem Nacken, wie geht es meinem Rücken, was hat sich da verändert zu gestern?

Eine andere tägliche Routine, die mehr Achtsamkeit bringt, ist das Meditieren.

Und das können nur ein paar Atemzüge sein und das muss auch nicht morgens sein.

Morgens ist es begünstigt, weil wir da aufstehen und wir haben noch keine Eindrücke vom Tag.

Der Geist ist noch frisch und die Qualität draußen ist, alles erwacht, alles kommt wieder in die Gänge und ist aber noch in so einem leisen, feinen, subtilen Zustand, der uns auch diese geistige Zuwendung leichter macht.

Und wenn man Dinge wiederholt, und das kann auch was ganz Kleines sein, wie zum Beispiel, dass man vorm Essen drei Atemzüge nimmt und bevor man dann wieder aufsteht vom Essen noch mal drei Atemzüge nimmt und kurz Pause macht und kurz innehält und das wahrnimmt, was man gerade getan hat und was sich jetzt gerade wieder ändern wird, dann bringt es einen wahnsinnigen Nutzen in unsere geistige Haltung im Körper gegenüber.

Wir verbinden wieder den Körper mit dem Geist.

Es sind ganz viele kleine Momente, wo wir wieder in so eine Einheit kommen und durch die tägliche Wiederholung wird es zur natürlichen Routine.

Und so habe ich im Alltag dann viel öfter diese Momente, wo ich merke, ah, jetzt habe ich aber gespürt, was eigentlich gerade los ist bei mir.

Ich kann mich bei mir selber erinnern, diese Momente der Freude, wenn ich dann merke, ich bin unruhig und ein tiefer Atemzug wird mir jetzt total gut tun.

Und das ist so eine Kleinigkeit, das kann jeder immer machen.

Es geht nur um die geistige Ausrichtung, um die Brille, die wir brauchen, um die richtigen Dinge zu beobachten.

Auf Englisch gibt es das Sprichwort, das heißt, the energy flows where the focus goes.

Das bedeutet, dort, wo wir unseren Fokus haben, da fließt die Energie hin.

Und die täglichen Routinen, die lassen unseren Fokus dorthin gehen, wo es nützlich ist für uns.

Weil Routinen haben wir ohnehin, die haben wir sowieso jeden Tag.

Sei es, wie wir aufstehen, was wir denken, was wir essen, was wir in Pausen tun, wie wir uns ausruhen möchten, ob wir überhaupt ausruhen und so weiter.

Wir haben unsere täglichen Routinen.

Wenn wir bewusste Routinen machen, die positiv sind, dann haben wir einen enormen Nutzen.

Wir lernen uns selber besser verstehen, wir lernen die Zusammenhänge von innen und außen und werden wieder eine Einheit mit unserem Körper, unserem Geist und allem, was im Außen passiert.

Wir werden auch andere besser verstehen, wir können das nutzen im Job für Kollegen und Mitarbeiter, als Führungskraft kann man zum Beispiel sich besser darauf einstellen, wie kann ich mein Team zusammenstellen.

Als Mutter kann ich mich besser in die Kinder hineinversetzen, ich verstehe viel besser, was die brauchen.

Ich möchte wirklich ermutigen, dieses Beobachten zu starten, weil es uns einfach diese Selbstbestimmtheit zurückgibt.

Wir sind nicht ausgeliefert unserem Körper, unserem Zustand, unserer Gesundheit.

Wir haben sie täglich selber in der Hand und dieses Gefühl ist einfach großartig.

In den Show Notes findest du zwei Downloads und zwar ein Gesundheitstagebuch, das dich unterstützt, in dieses Beobachten reinzukommen und die Eigenschaften, die Balance bringen.

Ich wünsche dir viel Spaß beim Ausprobieren, beim Entdecken und hoffentlich beim Nicht-mehr-Absetzen dieser wunderbaren Brille, die du jeden Tag aufhaben kannst, ohne irgendeine Zusatzmühe und die dich jeden Tag ein Stück weiter bringt in Richtung zu dir selbst.